Seiten

Samstag, 28. Februar 2015

Die A-10-Warzenschweine kehren nach Deutschland zurück, weil sich die Situation in der Ukraine verschlechtert hat






Die nach Spangdahlem zurückgekehrten A-10-Erdkampfflugzeuge sollen in osteuropäischen NATO-Ländern die Bekämpfung russischer Panzer üben.


Von Jennifer H. Svan
STARS AND STRIPES, 19.02.2015 (s. Link)


AIR BASE SPANGDAHLEM, Deutschland – Weil die Kämpfe in der Ukraine trotz der vereinbarten neuen Waffenruhe andauern, haben Offiziere der US Air Forces in Europa / USAFE am Mittwoch ein Relikt aus dem Kalten Krieg willkommen geheißen.

A-10 "Warzenschweine" zur Erdkampfunterstützung, die in 1970er Jahren zur Ausschaltung sowjetischer Panzer entworfen wurden, sind nach Deutschland zurückgekehrt.

In der letzten Woche sind rund 300 Soldaten und 12 Kampfjets des Typs A-10 Thunderbolt II (s. Fairchild-Republic A-10) von der Davis-Monthan Air Force Base in Arizona für sechs Monate nach Spangdahlem in der Eifel verlegt worden; sie sollen von dort aus eine Region beruhigen, die durch die politische Krise in Osteuropa verunsichert ist. 

"Stellen Sie sich auf einige Reisen ein," empfahl Lt. Gen. (Generalleutnant) Darryl Roberson, der Kommandeur der 3rd Air Force (die auf der Air Base Ramstein stationiert ist, (s. Link), den 300 Soldaten der 354th Expeditionary Fighter Squadron (s. Link), die sich zusammen mit einheimischen Gästen in einem Hangar zu einer kurzen Zeremonie versammelt hatten, bei der das erste so genannte "Theater Security Package" für Europa (das Sicherheitspaket für den Befehlsbereich des EUCOM in Stuttgart, (s. dazu auch Link) präsentiert wurde.

"Dieses Theater Security Package ist eine strategische Maßnahme, die der Air Force angesichts neuer Bedrohungen mehr Flexibilität verschaffen soll," erklärte Roberson.

"Die zeitweilige Stationierung der A-10-Staffel in Spangdahlem ermöglicht es uns, auf Herausforderungen in ganz Europa und bei Bedarf auch in Afrika angemessen reagieren zu können," fügte er hinzu.

"Die Jets werden von Spangdahlem aus in NATO-Ländern entlang der russischen Grenze operieren – vor allem in Litauen, Estland, Rumänien und Bulgarien," sagte Roberson. "Sie werden mit deren Streitkräften zusammen trainieren und kooperieren, damit sie, wenn etwas passiert, zum gemeinsamen Kämpfen bereit sind."

Die A-10 werden an Routineübungen teilnehmen, die im Rahmen der Operation Atlantic Resolve, einer Reaktion auf die Ukraine-Krise, schon länger geplant sind (s. dazu auch Link).

Das A-10-Training werde sich vor allem auf die Unterstützung von Bodentruppen konzentrieren, erläuterte Roberson. Die A-10 seien so konstruiert, dass sie sehr niedrig und langsam fliegen können, weil sie bei einem Einfall der Russen in Deutschland die Bodentruppen schützen sollten. Sie waren einmal eine feste Größe auf dem europäischen Kontinent.

Früher gab es einmal sechs A-10-Staffeln in Europa mit mehr als 140 Flugzeugen.

Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus waren die A-10 in den Kriegen im Irak und in Afghanistan (s. Link und Link) eingesetzt. Zuletzt waren die "Warzenschweine" an Angriffen auf den Islamischen Staat im Mittleren Osten beteiligt.

Erst vor knapp zwei Jahren waren die letzten in Europa verbliebenen A-10 aus Spangdahlem abgezogen worden.

Trotz der bald danach aufgekommenen Spannungen zwischen der Ukraine und Russland sei es für die Air Force nicht sinnvoll gewesen, diese Flugzeuge hier stationiert zu lassen, sagte Roberson vor Reportern.

"Sie bei Bedarf herzuholen, geht schnell und ist billiger," ergänzte er.

Er habe zwar nicht damit gerechnet, dass seine Staffel nach Deutschland verlegt würde, sei aber auch nicht überrascht, erklärte Lt. Col. (Oberstleutnant) Steve Behmer, der Kommandeur der 354th Expeditionary Fighter Squadron.

"In der Air Force muss man immer auf alles gefasst sein," fügte er hinzu.

"Ich denke, so lange es Bodentruppen auf der Welt gibt, müssen sie auch aus der Luft unterstützt werden; daran wird sich nichts ändern," fuhr Behmer fort.

10 der 12 A-10 von der Davis-Monthan Air Base seien vorher schon in Spangdahlem geflogen, teilten die US Air Forces in Europa mit.

Behmer ergänzte, einige seiner Soldaten, darunter auch Piloten, seien schon einmal in Spangdahlem stationiert gewesen.

"Wir wollten ihre Erfahrung und ihre Kenntnisse über das Fliegen im europäischen Luftraum für unseren jetzigen Einsatz nutzen," sagte er abschließend.

Roberson teilte mit, die A-10 seien für das erste Theater Security Package für Europa ausgewählt worden, weil sie gerade verfügbar waren.


Das nächste Package werde aus Kampfjets des Typs F-15C bestehen und im April hier eintreffen, fügte Roberson hinzu. Es sei aber noch nicht geklärt, woher sie kämen und wo sie stationiert würden, ergänzte die USAFE.

"Wir werden die Operation Atlantic Resolve in Europa so lange fortsetzen, wie es erforderlich ist," erklärte Roberson zur Rotation von Luftstreitkräften.

(Wir haben den Artikel komplett übersetzt und mit Ergänzungen und Links in Klammern und Hervorhebungen versehen. Auch in diesem Artikel wird wieder nicht erwähnt, dass die A-10 Munition aus abgereichertem Uran verschießen und bereits große Landstriche im ehemaligen Jugoslawien, in Afghanistan und im Irak radioaktiv verseucht haben. Infos über die verheerende Langzeitwirkung von DU-Munition sind nachzulesen hier. Anschließend drucken wir den Originaltext ab.)


Quelle: Luftpost

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen