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Samstag, 28. Februar 2015

Die Situation in der Ukraine ist katastrophal

Passanten schauen auf die Kurstafel einer Wechselstube,
die den Wertzerfall der Währung am Donnerstag anzeigt.
 
Die Niederlage der pro-amerikanischen Armee (so beschreibt CNN die ukrainischen Streitkräfte) im Kessel von Debalzewe, ist eine verheerende Niederlage für die Militärführung der Ukraine. Der Schock der damit in der Führung des Regimes und auch in der Bevölkerung ausgelöst wurde, kann man mit der Niederlage der deutschen Wehrmacht in Stalingrad vergleichen, obwohl selbstverständlich von der Grössenordnung nicht vergleichbar. Die Verluste an Soldaten und Material ist trotzdem enorm. 90 Prozent der Munition und Waffen wurden zurückgelassen, wie auch viele Tote und Verletzte, so panikartig sind die ukrainischen Soldaten geflüchtet. Damit ist geklärt, woher die Kämpfer von Neurussland ihren Nachschub herbekommen, direkt von der Gegenseite, einschliesslich neuestes amerikanisches Militärgerät, welches Washington an Kiew geliefert hat.

Keine Ahnung wie viele Verluste die ukrainische Gesellschaft noch verkraften kann, aber die Stimmung in der Bevölkerung ist voller Wut und Verzweiflung. Dazu kommt die katastrophale wirtschaftliche Lage. Die ukrainische Währung Hrywnja stürzt jeden Tag noch mehr ab und verliert dramatisch an Wert. Vergessen kann man den offiziellen Kurs, denn aktuell kostet 1 Dollar auf der Strasse über 40 Hrywnja. Bis zum Sturz von Janukowytsch vor einem Jahr war der Dollar für 9 Hrywnja zu haben. Sieht so aus wie wenn die Ukraine den Staatsbankrott damit zugibt, ohne ihn offiziell zu verkünden.

Ganz schlimm ist die totale Medienkontrolle und damit Gedanken- kontrolle geworden. Es gibt in der Ukraine keine Pressefreiheit und Meinungsfreiheit mehr. Schon lange sind sowieso die russischen Sender abgeschaltet worden und nicht mehr empfangbar, was dazu führt, die Bevölkerung hört nur noch die einseitige Propaganda des Regimes. Das hat sich aber in eine totale Kriegspropaganda jetzt gesteigert. Wer die offiziellen Verlautbarungen anzweifelt, die Politik des Regimes kritisiert, landet im Gefängnis. Es herrscht eine Atmosphäre der Angst!

Ganz aktuell wurde ein neues Mediengesetzt verabschiedet und der Präsident hat jetzt die Macht, jedes Medium, ob TV, Radio oder Zeitung, abschalten zu können, das nicht die offiziellen Nachrichten und damit Lügen bringt. Wer die Wahrheit über die Situation in der Ukraine berichtet, ist ein Staatsfeind und Verräter und wird mundtot gemacht. Die Nazis in Kiew kopieren die gleichen Methoden wie ihre Vorbilder aus dem III. Reich!

Die totale Mobilisierung wurde ausgerufen und ist in Aktion. Alle Männer zwischen 20 und 60 müssen in den Kriegsdienst. Auch Frauen gewisser militärisch nutzbarer Berufsgruppen müssen ins Militär. Wer sich weigert in die Armee zu gehen, landet ebenfalls im Gefängnis. Das Problem ist aber, Hunderttausende junge Männer haben keinen Bock für das Regime zu sterben und verstecken sich oder sind ins benachbarte Ausland geflüchtet.

Präsident Putin hat vorgestern gesagt, Russland will die Grenze für Ukrainer öffnen, die nicht in die ukrainische Armee wollen. Die visafreie Aufenthaltsdauer von bisher 30 Tage für Ukrainer in Russland soll unter bestimmten Voraussetzungen erheblich erweitert werden. Millionen von Ukrainer sind ja vorher schon nach Russland zu Freunden und Verwandte geflüchtet. Das Regime hat deshalb die Grenzkontrollen verschärft, damit Wehrpflichtige nicht abhauen können.

Es gibt auch ein neues Gesetz, dass den Aufruf zur Kriegsdienst- verweigerung unter Strafe stellt. Wer öffentlich dazu auffordert, den Militärdienst zu verweigern oder überhaupt diesen kritisiert, kann mit bis zu 8 Jahren Gefängnis wegen Verrat und Subversion bestraft werden. Das trifft auch auf Medienschaffende zu und sogar auf Leute die soziale Medien betreiben. Es heisst offiziell: "Für Agitation in den sozialen Medien gegen die Mobilisierung kann man bis zu 8 Jahre kassieren!"

Wie gesagt, viele meinen, Debalzewe war die Zerrreisprobe und deshalb ist die Moral am Boden. Um die Menschen zu mobilisieren wird jetzt die Propaganda verbreitet, die "Separatisten" werden demnächst Mariupol angreifen und erobern, eine Stadt mit fast 500'000 Einwohner. Obwohl die Führung von Neurussland diese Absicht abstreitet, möglich ist alles, denn strategisch wäre sie sehr wichtig, wenn man einen Landzugang zur Krim will. Jetzt, wo man so viele neue Waffen vom Regime in Kiew "geschenkt" bekommen hat, ist die Möglichkeit gegeben.

Wegen dem dramatischen Kaufkraftverlust der Währung, kaufen die Menschen alles was einen Wert hat, nur um ihre Hrywnja loszuwerden. Die Regale vieler Geschäfte und Supermärkte sind deshalb leer. Speiseöl, Mehl, Dosengemüse und was immer noch haltbar ist wird jetzt in Massen gekauft und gehortet. Die Geschäfte haben deshalb eine Mengenbegrenzung pro Person eingeführt. Das Regime hat die Bevölkerung aufgefordert, keine Panikkäufe zu tätigen, was sie aber noch mehr dazu bringt es zu tun.

Was die Menschen sehr erzürnt ist die Meldung, Poroschenkos Schokoladenkonzern hat den Gewinn um das 8-fache in einem Jahr gesteigert. Versprochen hatte er bei seiner Kandidatur für das Präsidentenamt, die Firma wegen dem Interessenkonflikt zu verkaufen. Ist natürlich nicht geschehen. Die Ausrede, wegen dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld gibt es keinen Käufer. Interessant ist aber, seine ganzen Spezies und Verwandten geht es auch blendend. Ist klar, für die Banditen an der Macht, ist die Ukraine ein Selbstbedienungsladen zur eigenen Bereicherung!

Die Menschen wissen, von dem Geld, welches angeblich der IWF und andere westliche Entitäten der Ukraine an Kredite gegeben hat oder geben will, landet sowieso das meiste in den Taschen der korrupten Offiziellen des Regimes. Wenn der Laden zusammenbricht, was unvermeidlich ist und sehr schnell passieren kann, machen sich die Putsch-Gewinnler aus dem Staub und hinterlassen die gigantischen Staatsschulden, welche eine Nachfolgeregierung und das Volk dann tragen muss.

Die neueste Meldung lautet, das Regime will alle grösseren Fahrzeuge beschlagnahmen, wie SUVs und Minivans, alles was militärisch genutzt werden kann. Passt zur generellen Mobilmachung. Auch da, wer sich weigert die Fahrzeuge herauszurücken oder sie versteckt, kann im Gefängnis landen. Ausführen tut das Regime diese Beschlagnahmung erst in den östlichen Gebieten, nahe an der Front. In Kiew noch nicht. Wenn es so weiter geht und man den Menschen alles wegnimmt, dann kann es durchaus zu einem Aufstand kommen. Brodeln tut es schon gewaltig in der Ukraine!

Diese katastrophale Situation in der Ukraine melden die Westmedien natürlich nicht. Es ist besonders still geworden in der Berichterstattung seit dem Debakel von Debalzewe. Man meldet höchstens, die "Separatisten" halten sich nicht an den Abzug der schweren Waffen, was sie aber tun. Berichte über die Stimmung in der Bevölkerung, über die drakonischen neuen Gesetze, über den Verlust der Meinungs- und Pressfreiheit, über die massenhafte Weigerung in den Kriegsdienst zu gehen, über den Zusammenbruch der Währung, und dass sich die Ukraine in eine faschistische Diktatur verwandelt hat, passt nicht ins Konzept des Westens und dürfen die Menschen hier nicht wissen.

Es würde die ganze Lügerei über wie toll doch der Westen bei der "Demokratisierung" geholfen hat, eine Westanbindung der Ukraine nur Gutes und Vorteile bringt, dass die "Darlings" des Westens, Poroschenko und Jazenjuk, lupenreine Demokraten sind, welche die "westlichen Werte" in der Ukraine verteidigen, und das Russland und der Bösewicht Putin an allem Schuld sind, in Frage stellen! Deshalb schweigt man und wendet sich anderen Themen zu. Griechenland kommt da gerade richtig, oder das man jetzt die Identität von Jidahi John kennt, oder das Madonna anlässlich ihres Auftritts bei den "Brit Ewards" von der Bühne gestürzt und auf den Arsch gefallen ist.

Meiner Meinung nach kann sich die Ukraine in zwei Richtungen entwickeln. Entweder wird das Land zu einer noch brutaleren Nazi-Diktatur und das Regime setzt sich mit aller Macht durch, um die Bevölkerung und jede Opposition zu unterdrücken, oder es gibt einen Aufstand und das Nazi-Regime wird zum Teufel gejagt! Leider wissen wir aus der Geschichte, praktisch alle Aufstände und Revolutionen finden nur statt, wenn ein Sponsor mit viel Geld und einer Organisation dahinter steht. Einfach so spontan aus dem Volk sind Umstürze selten, aber Wunder gibt es immer wieder!


Quelle: 
Alles Schall und Rauch


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