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Mittwoch, 18. März 2015

EU zieht in den Medienkrieg: „Russlands Führung als Monster darstellen“

Sputnik / Maxim Bogodvid
Die westliche Propaganda ist ineffizient, deshalb befürchtet die EU-Spitze eine endgültige Niederlage im Medienkrieg gegen Russland. Das sagen russische Experten im Hinblick auf die neue EU-Initiative, die darauf abzielt, sich den russischen Sendern inhaltlich stärker entgegenzusetzen.

„In der EU sieht man, dass der Informationskrieg (wie er dort genannt wird) verloren geht. Doch in Wirklichkeit verlieren sie nicht den Informationskrieg, sondern den Kampf um die Gemüter der Menschen“, sagte Sergej Ordschonikidse, Vizechef im russischen Bürgerrat, einem Beratungsgremium, das die Kommunikation zwischen Staat und Zivilgesellschaft fördern soll. So kommentierte er im Interview mit dem russischen Auslandssender RT die jüngste Initiative des EU-Rates.

In der laufenden Woche hatte die Agentur Reuters gemeldet, der EU-Rat wolle der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini vorschlagen, einen Aktionsplan „für strategische Kommunikation zwecks der Unterstützung der Medienfreiheit und der europäischen Werte“ vorzulegen. Die russische Agentur Interfax zitierte Mogherini mit den Worten: „Das ist keine Frage der Antipropaganda. Es geht eher darum, die Medienfreiheit, darunter auch in Russland, zu unterstützen.“

Die russische Zeitung „Wedomosti“ kommentierte am Freitag: 
„Manche westliche Politiker und Journalisten rufen längst auf, sich den russischen Medien und insbesondere dem Auslandssender RT aktiver entgegenzusetzen. Der frühere Chef von BBC World Service, Peter Horrocks, sprach beispielweise von einer finanziellen Überlegenheit der russischen Staatssender im ‚globalen Informationskrieg‘. Und John Whittingdale, Chef des Ausschusses für Kultur, Medien und Sport im britischen House of Commons, versprach, neue finanzielle Garantien für BBC zu beantragen, um im Informationsbereich gegen RT aktiver zu kämpfen.“

Nach Ansicht von Ordschonikidse hängen die Besorgnisse des Westens vor allem mit der russischen Berichterstattung zum Thema Ukraine zusammen:
„Zu Beginn der ukrainischen Ereignisse sagte der Westen: ‚Dort läuft ein Krieg und die Russen nehmen daran teil‘. Doch dann zeigten unsere Sender, was in der Ukraine wirklich geschieht: Morde, gesprengte Häuser, Abschaltung von Strom und Heizung, Hungernot und Elend, die von Kiew geschaffen wurden. Dies änderte die Psychologie und die Haltung vieler Durchschnittsbürger zu den Ereignissen in der Ukraine. Auch schreckliche Foltern wurden gezeigt. Die Regierung in Kiew kontrolliert faktisch nicht die Banditen-Bataillone, im Parlament kommt es zu Handgemengen.“

Die Reaktion westlicher Politiker gehe darauf zurück, dass sie bestrebt seien, Russland weiter unter Druck zu setzen. Doch die Gründung eines neuen europäischen Propaganda-Senders könne die Menschen nicht daran hindern, die Wahrheit aus Russland zu hören, so Ordschonikidse.

Igor Nikolaitschuk, Experte des Zentrums für Verteidigung- und euroatlantische Studien am Russischen Institut für Strategische Studien, kommentierte im Gespräch mit RT die EU-Pläne:
„Erstens liegt die Auslandspropaganda der westlichen Länder gegenüber Russland derzeit in Schutt und Asche, es mangelt ihr an Finanzierung. Zweitens ist die Propaganda, die durch die westlichen Auslandssender betrieben wird, ineffizient. Niemand hört ihr zu. In der gegenwärtigen Welt, im Zeitalter des Internets, wenn Informationen frei kursieren und weiterverbreitet werden, greift niemand mehr zu den Quellen wie Voice of America. Die russischen Programme der Medien wie Deutsche Welle oder BBC haben auch keine Zuschauer und Hörer, denn aus Sicht der Russen sind diese Medien völlig marginal. Deren potenzielle Nutzer sprechen Englisch und wenden sich nicht an diese propagandistischen Quellen.“

Nikolaitschuk sagte weiter, die westliche Propaganda-Kampagne gegen Russland ziele vor allem darauf ab, die Regierung in Moskau zu diskreditieren: 
„Die derzeitige russische Führung ist dem Westen nicht recht und soll aus seiner Sicht gewechselt werden – nach demselben Muster wie in anderen Ländern. Für diese Zwecke soll bei westlichen Lesern und Zuschauern der Eindruck erweckt werden, dass das ein Monster sei.“


Quelle: Sputniknews

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