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Dienstag, 24. März 2015

Igor Plotnitskij von der LVR zu OSZE, Minsker Abkommen und Truppenabzug

Kiew sabotiert die Minsker Abkommen und bereitet eine Offensive vor

Igor Plotnitskij:
 Manchmal ist das Vernünftigste - abzuwarten und zu schauen, was passiert. Wir haben drei Garanten, die es hoffentlich schaffen Petro Poroschenko zur Vernunft zu bringen. Damit Alexander Sachartschenko und ich keine voreiligen und unüberlegten Maßnahmen starten, obwohl wir beide so etwas seit langem ablehnen. Wir schauen erst einmal wie die Welt auf die offensichtliche und dreiste Sabotage der Abkommen durch Kiew reagiert. Ich glaube nicht dass Kiew damit durchkommen wird. Wenn doch, dann waren die Abkommen a priori sinnlos und die Ukraine ist ein Staat, der keine politischen Mittel sondern nur Krieg anerkennt und in Zukunft eine Niederlage in diesem Krieg anerkennen werden muss.

Was diesen Krieg anbetrifft... Heute wurde auf der Seite des Präsidenten Poroschenko veröffentlicht, dass 1000 ukrainische Kämpfer eine Ausbildung in den USA erhalten werden. Und in ein paar Monaten ist die erste Transportkolonne aus USA zu erwarten. Das hat man in den USA offiziell bestätigt. Wie soll das Ganze im Rahmen der gegenwärtigen Friedensbemühungen bewertet werden?

Igor Plotnitskij: Seitens Kiew gab es auch niemals Friedensbemühungen oder etwaige ernstzunehmende Vereinbarungen. Alles was Petro Poroschenko oder die Rada äußerte, diente nur als Ablenkung um sich neu zu formieren. Es war eine arglistige Täuschung der Weltgemeinschaft, und diesmal auf einem derartigen Niveau dass EU oder USA keine Möglichkeit mehr haben es zu leugnen. Jetzt ist es mehr als offensichtlich. Je höher „der Affe auf den Baum klettert“, umso besser sind seine Weichteile zu sehen...


Was die OSZE-Beobachter anbetrifft... Erst heute gab es die Aussage dass sie nicht bestätigen können, ob das schwere Gerät zurückgezogen wurde, sie hätten Zweifel, was sowohl Ukraine, als auch LVR anbetrifft. Angeblich wird den Beobachtern seitens LVR teilweise der Zugang verwehrt, um den Rückzug feststellen und bescheinigen zu können.

Igor Plotnitskij: Das ist nicht wahr. Wir haben unsere Technik frühzeitig zurückgezogen, viel früher als in Minsk vereinbart. OSZE sollte besser die ukrainische Seite im Auge behalten. Selbstverständlich wird kein Zugang für die Gebiete gewährt die nicht in den Abkommen vereinbart wurden. Und für die vereinbarten Gebiete braucht OSZE auch keine Genehmigungen unsererseits, sie verfügen über ein uneingeschränktes Mandat für bestimmte Gebiete. Natürlich, wenn sie außerhalb dieser Gebiete „schnüffeln“ wollen, wird es unsererseits unterbunden. In dem vereinbarten Verantwortungsbereich der OSZE benötigen sie keine Zugangsberechtigung. Die sollten jetzt ihr Augenmerk darauf richten, wie viel ukrainische Technik noch nicht zurückgezogen wurde. Wir wissen es - also weiß die OSZE es auch.


Das heißt, dass alle Anfragen von OSZE die 30-50 km Zone zu besichtigen genehmigt wurden?

Igor Plotnitskij: Wir haben sie auch ohne die Genehmigung alles prüfen lassen, sie müssen es prüfen. Also prüfen sie auch - es ist ihr Job. Es ist ein Kontrollorgan das alle Rechte hat sich den Zugang zu bestimmten Gebieten einzufordern. So geschieht es auch. Ich kenne keinen einzigen Fall wo sie in ihrem Verantwortungsbereich eine Absage erhalten hätten... außerhalb dieses Bereiches vielleicht schon.



Videobeschreibung: 21.03.2015 Der Anführer von LVR - Igor Plotnitskij - sagte aus, dass die Volksrepublik Lugansk auf eine Stellungnahme der Weltgemeinschaft wartet, was die offensichtliche Sabotage der Minsker Abkommen durch Kiew anbetrifft.


Plotnitskij über OSZE und Truppenabzug

Gestern wurde eine Brücke gesprengt, die den ganzen Krieg bisher überdauerte. Sie wurde nicht einfach gesprengt, sondern durch Panzergrananten und Mörser zerstört. Was sagt uns das? Das ist nicht nur eine offensichtliche Verletzung der Minsker Abkommen, sondern faktisch eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen auf lokaler Ebene.

Igor Plotnitskij: Das zeugt in erster Linie davon, dass Kiew mit allen Mitteln versucht die Abkommen zu sabotieren. Kiew sucht nach Möglichkeiten die vereinbarten Punkte über den Sonderstatus der Region nicht zu erfüllen. Alles wird verdreht, sie suchen nach Wegen von den Abkommen zurückzutreten. Sie versuchen den Eindruck zu erwecken dass etwas passiert, aber in Wirklichkeit passiert nichts. Solche Taten, wie die Sprengung der Brücke, wodurch die Verbindung zwischen LVR und Ukraine gekappt wird, zeugen eindeutig davon dass Kiew uns nicht länger braucht. Eigentlich sprechen wir es schon seit langem an: Wenn Kiew uns nicht länger benötigt, dann soll es das offen zugeben. Sie sollen offen kundtun: „Jungs - Wir brauchen euch nicht“. Eigentlich streben wir seit dem Referendum genau danach. Erkennt wenigstens unserer Unabhängigkeit an, wenn ihr das schon wirtschaftlich anerkannt habt. Ihr zerstört unsere Infrastruktur, ihr leugnet offiziell unsere Verwandtschaft - dann gebt es doch endlich offen zu und wir werden euch dafür dankbar sein. Zeigt doch endlich mal Courage, wenn ihr die Verantwortung übernommen habt. Solltet ihr aber wieder alles mit Gewalt lösen wollen... Wir haben euch zwei Mal geschlagen - wir werden das auch ein drittes und viertes Mal tun, wenn nötig... So lange bis wir unser Territorium vollständig befreit haben.


Beabsichtig LVR ihrerseits, als Reaktion schweres Gerät wieder in Richtung Entflechtungslinie zu bewegen?

Igor Plotnitskij: Wir halten uns immer an unser Wort. Wir hielten uns in Vergangenheit an die Vereinbarungen und werden es auch in Zukunft tun.



Videobeschreibung: 21.03.2015 Kiew versucht ununterbrochen und mit allen erdenklichen Mitteln die Abkommen von Minsk zu sabotieren. Provokationen sind erwünscht und an der Tagesordnung. OSZE schaut, wie gewohnt weg.



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