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Sonntag, 15. März 2015

STRATFOR: US-Hauptziel - Bündnis Russland mit Deutschland zu verhindern

Mit der Wahrheit lügt es sich bekanntlich am Besten: Amerikas mächtigster Think Tank verkündet Strategie für US-geführten Krieg in Europa und deutsche Monopolmedien schweigen! 

Seit nunmehr über einem Jahr protestieren tausende Bürger in ganz Deutschland gegen den Kriegskurs des Westens und warnen eindringlich vor einem Krieg mit Russland in Europa. Wie skrupellos und moralisch verkommen Politik und Medien mittlerweile agieren, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass man besagte Demonstranten aufgrund ihrer Kriegsangst bis heute als »Neurechte« und »Verschwörungstheoretiker« diffamiert, während der Chef der einflussreichsten amerikanischen Denkfabrik »Stratfor« [1], in aller Öffentlichkeit die Beweggründe - unter denen die US-Regierung beabsichtigt einen Krieg in Europa zu führen - erörtert, ohne das die deutsche Journaille auch nur ein einziges Wort darüber verliert. 

Die brisanten Äußerungen tätigte Stratfor-Vorstand George Friedman [3] bereits am 4. Februar 2015 im Rahmen einer öffentlich Konferenz [4] des »Chicago Council on Global Affairs« [5], einem Lobbyverband der maßgeblichen Einfluss auf die Sicherheits- und Außenpolitik der Vereinigten Staaten ausübt.

Die Rede von Friedman gibt einen äußerst seltenen Einblick hinter die Kulissen der amerikanischen Außenpolitik. Der vollständige Vortrag wurde zwar im Internet veröffentlicht [6], aber bisher nur von etwa 10.000 Menschen gesehen. Dabei wären die darin enthaltenen Informationen für alle Menschen auf diesem Planeten von allerhöchstem Belang. Denn das was Friedman über US-Strategie sagt, hat es in sich und würde ohne jeglichen Zweifel als »Verschwörungstheorie« gelten, wenn irgendein investigativer Journalist dasselbe behaupten würde.

Querverweise:
[1] Wikipedia: Stratfor
http://de.wikipedia.org/wiki/Stratfor
[2] Wikipedia: Think Tank
http://de.wikipedia.org/wiki/Denkfabrik
[3] Wikipedia: George Friedman
http://de.wikipedia.org/wiki/George_Friedman
[4] Europe: Destined for Conflict?
http://www.thechicagocouncil.org/event/europe-destine..
[5] Wikipedia: Chicago Council on Global Affairs
http://en.wikipedia.org/wiki/Chicago_Council_on_Globa..
[6] George Friedman, "Europe: Destined for Conflict?"
https://youtu.be/QeLu_yyz3tc






Videobeschreibung: 12.03.2015. 4 Februar 2015 - Der Gründer und Vorsitzende des führenden privaten US-amerikanischen Think Tank STRATFOR (Abkürzung für Stategic Forecasting Inc.) George Friedman in einem Vortrag für The Chicago Council on Global Affairs über die geopolitischen Hintergründe der gegenwärtigen Ukraine-Krise und globalen Situation insgesamt. Ausschnitte.
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=QeLu_...


Quelle: Anonymous.Kollektiv VK



Transkript:

The Chicago Council on Global Affairs
4. Februar 2015, Chicago, USA


Mein Name ist Nick Brand und ich bin der Direktor der gemeinsamen Programme bei The Chicago Council on Global Affairs. Danke Ihnen, dass Sie gekommen sind. Ich nutze die Möglichkeit für die Begrüßung von George Friedman hier bei The Chicago Council, ich denke, er ist zum ersten mal hier, Danke, dass Sie bei uns sind.

George Friedman:

Kein Ort kann auf Dauer friedlich bleiben, auch die USA nicht. Ich meine, wir (USA) werden von Kriegen begleitet bzw. betroffen. Europa wird, wie ich vermute, zwar nicht zu den großen Kriegen zurückkehren, aber es wird wieder zum menschlichen Normalfall zurückkehren. Es wird ihre Kriege haben, ihre Friedenszeiten und es wird ihre Leben verlieren. Es wird keine 100 Millionen Tote geben wie im letzten Krieg, aber die Idee von der europäischen Auserwähltheit, wie ich denke, wird dazu beitragen. Es wird Konflikte in Europa geben, es gab schon Konflikte in Jugoslawien und jetzt auch in der Ukraine. Europas Beziehungen zu den Vereinigten Staaten - wir haben keine Beziehungen mit „Europa“ - wir haben Beziehungen mit Rumänien, wir haben Beziehungen mit Frankreich, aber es gibt kein „Europa“ mit dem die USA Beziehungen haben.

Nick Brand:
Bitte der Herr dort.

Ist der islamistische Extremismus die Hauptbedrohung für die Vereinigten Staaten, und wird er absterben oder wird er auch weiterhin fortbestehen?

George Friedman:

Es ist ein Problem für die Vereinigten Staaten, aber keine existenzielle Bedrohung. Man muss sich damit befassen, man muss sich damit angemessen befassen. Wir haben andere außenpolitische Interessen. Das Hauptinteresse der US-Außenpolitik während des letzten Jahrhunderts, im ersten und zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg, waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland, weil vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse galt sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt.

(...)

Wenn Sie ein Ukrainer sind, werden Sie Ausschau danach halten wer Ihnen als Einzige helfen kann - und das sind die Vereinigten Staaten. Letzte Woche, oder etwa vor 10 Tagen, war der Oberbefehlshaber der amerikanischen Bodentruppen in Europa General Ben Hodges zu Besuch in der Ukraine. Er kündigte dort an, dass die US-Militärberater in die Ukraine demnächst offiziell kommen sollen. Eigentlich hat er dort die Medaillen an die ukrainischen Kämpfer verteilt, was das militärische US-Protokoll verbietet, dass die Medaillen an Ausländer verliehen werden. Doch er tat das, weil er damit zeigen wollte dass die ukrainische Armee seine Armee ist. Dann ging er weg. Und die Vereinigten Staaten liefern baltischen Staaten Waffen, Artillerie und andere Militärausrüstung - die baltischen Staaten, Rumänien, Polen und Bulgarien - das ist ein sehr interessanter Punkt. Und gestern haben die Vereinigten Staaten angekündigt, dass sie vorhaben die Waffen in die Ukraine zu liefern, das wurde dementiert, aber sie tun das, die Waffen werden geliefert.

Und bei allen diesen Handlungen agieren die Vereinigten Staaten außerhalb der NATO, weil die NATO-Entscheidungen müssen von allen NATO-Mitgliedern einstimmig getroffen werden. Der Punkt bei der ganzen Sache ist, dass die USA einen „Cordon Sanitaire“, einen Sicherheitsgürtel um Russland herum aufbauen und Russland weiß es. Russland glaubt die USA beabsichtigen die Russische Föderation zu zerschlagen. Ich denke wir wollen sie nicht töten, sondern nur etwas verletzten bzw. Schaden zufügen. Jedenfalls sind wir jetzt zurück zum alten Spiel. Und wenn Sie einen Polen, Ungarn oder Rumänen fragen, sie leben in einer ganz anderen Welt als die Deutschen, und die Deutschen leben in einer ganz anderen Welt als die Spanier. Also es herrscht Uneinigkeit in Europa. Aber was die Ukrainer bevorzugen werden, das werde ich Ihnen genau sagen: Sie werden versuchen das Zischen seitens der USA zu vermeiden.

(...)

Die Vereinigten Staaten aus ihrem fundamentalen Interesse kontrollieren alle Ozeane der Welt. Keine andere Macht hat das jemals getan. Aus diesem Grunde intervenieren wir weltweit bei den Völkern, aber sie können uns nicht angreifen. Das ist eine schöne Sache. Die Aufrechterhaltung der Kontrolle über die Ozeane und im Weltall begründet unsere Macht. Der beste Weg die feindliche Flotte zu besiegen ist zu verhindern, dass diese gebaut wird. Der Weg, den die Briten gegangen sind um sicherzustellen dass keine europäische Macht die Flotte bauen konnte, ist dass die Europäer einander bekämpften. Die Politik, die ich empfehlen würde, ist die die Ronald Reagan angewendet hat, in Iran und Irak. Er unterstützte beide Kriegsseiten, sodass sie gegeneinander kämpften (Iran-Irak-Krieg 1980-1988) und nicht gegen uns. Es war zynisch, es war nicht moralisch vertretbar, aber es funktionierte. Und das ist der Punkt: Die Vereinigten Staaten sind nicht in der Lage ganz Eurasien zu okkupieren. In dem Moment wo unsere Stiefel den Boden berühren sind wir demographisch zahlenmäßig unterlegen. Wir können eine Armee zerschlagen, aber wir sind nicht in der Lage Irak zu besetzen. Die Idee dass eine 130.000 Soldaten starke US-Armee ein Land mit 25 Millionen Menschen Bevölkerung okkupieren würde - das Verhältnis zwischen Anzahl der Polizisten und der Einwohner von New York ist größer als das Verhältnis von US-Soldaten und der irakischen Bevölkerung.

Also, wir sind nicht in der Lage überall militärisch zu intervenieren, aber wir sind in der Lage - erstens die gegeneinader kämpfenden Mächte zu unterstützen damit sie sich auf sich selbst konzentrieren können, sie politisch, finanziell, militärisch zu unterstützen, Waffen liefern und US-Berater aussenden. Und in außerordentlichen Fällen, wie wir in Japan vorgegangen sind, nein, in Vietnam, Irak und in Afghanistan mit Präventivschlägen („spoiling attacks“) intervenieren. Die Taktik der Präventivschläge beabsichtigt nicht den Feind zu besiegen, sondern sie verfolgt das Ziel den Feind aus der Balance zu bringen. Das versuchten wir in jedem Krieg, wie z.B. in Afghanistan brachten wir die Al Qaida aus der Balance. Das Problem das wir haben, seit wir so jung und dumm sind, ist, dass wir die Feinde aus der Balance bringen. Anstatt zu sagen, „wir haben den Job gut gemacht, lasst uns nach Hause gehen“, sagen wir: „Mann, das war aber leicht, lasst uns hier noch eine Demokratie aufbauen“. Das war der Moment unserer Geistesschwäche von der wir befallen wurden. Deswegen, die Antwort darauf lautet, die USA können nicht überall in Eurasien militärisch intervenieren, man muss selektiv intervenieren und möglichst selten. Eine militärische Intervention stellt für uns einen Sonderfall dar, die letzte Möglichkeit, wir können nicht schon im ersten Schritt die US-Truppen aussenden. Aber wenn wir die US-Truppen schicken, dann, und das haben wir schon aus Erfahrung klar verstanden, muss die Intervention eingeschränkt erfolgen, und nicht gigantische Ausmaße erreichen. Hoffentlich haben wir das für dieses Mal verstanden, gewöhnlich dauert es eine Weile wenn die Kinder im Unterricht lernen. Aber Sie haben absolut Recht, wir als ein Imperium können das (überall intervenieren) nicht tun. Die Briten damals haben Indien nicht okkupiert, sie haben einfach die einzelnen Staaten Indiens genommen und ließen sie gegeneinander kämpfen. Die Briten haben britische Offiziere bei der indischen Armee installiert.

Die Römer haben auch keine Truppen in entlegene Regionen außerhalb des Römischen Imperiums entsandt, sondern sie haben prorömische Könige dort eingesetzt. Diese Könige wurden durch Rom eingesetzt, die im Dienste für das römische Imperium in anderen Ländern regierten, und diese Könige waren verantwortlich für die Aufrechterhaltung des (prorömischen) Friedens an den Grenzen (des Imperiums). So war es z.B. bei dem Parther-Reich.

Also, die Imperien welche versuchen direkt in okkupierten Gebieten zu regieren, solche Imperien scheitern, wie es mit dem Nazi-Imperium der Fall war. Weil niemand hat so viel Macht um direkt zu regieren. Da muss man schon klug vorgehen. Wie auch immer, unser Problem jetzt ist nicht das, sondern dass bedeutet eigentlich dass wir ein Imperium als solches sind. Wir sollten aber deswegen nicht denken, dass wir uns entspannen können, nach Hause gehen und über nichts mehr Sorgen machen. Wir sind erst etwa im dritten Kapitel des Buches.

Nick Brand:

Bitte die nächste Frage!

Ich habe Sie so verstanden, dass die europäische Währung Euro nicht überleben wird...

(...)

George Friedman:

Die Frage die jetzt für die Russen auf dem Tisch ist, ist ob man die Ukraine als eine Pufferzone zwischen Russland und dem Westen haben will die wenigstens neutral bleiben wird. Oder wird der Westen so weit in die Ukraine vordringen dass der Westen (NATO) nur 100 Kilometer von Stalingrad und 500 Kilometer von Moskau entfernt sein wird. Für Russland stellt der Status der Ukraine eine existenzielle Frage dar, und die Russen können bei dieser Frage nicht einfach so weg gehen, loslassen.

Für die USA gilt: Wenn Russland sich an der Ukraine weiterhin hängt, werden wir Russland stoppen. Deswegen starten die USA solche Maßnahmen, worüber kürzlich General Hodges, der für Blamagen bekannt ist, gesprochen hat, und zwar über Eingreiftruppen in Rumänien, Bulgarien, Polen und den baltische Staaten. Damit begründet man das Intermarum („Zwischenmeer-Land“), das Territorium zwischen dem Schwarzen Meer und der Ostsee, dieses Konzept arbeitete Pilsudski aus. Und das ist die von den USA bevorzugte Lösung.



Und die Sache worauf wir keine Antwort parat haben, ist die Frage: Was wird Deutschland in dieser Situation unternehmen. Die reale unbekannte Variable in Europa sind die Deutschen, wenn die USA diesen Sicherheitsgürtel aufbauen, nicht in der Ukraine, sondern zum Westen, und der Einfluss der Russen in der Ukraine schwinden wird, wissen wir nicht wie deutsche Haltung ausfallen wird. Deutschland befindet sich in einer sehr eigenartigen Lage. Der ehem. Bundeskanzler Gerhard Schröder ist im Aufsichtsrat von Gazprom. Die Deutschen haben ein sehr komplexes Verhältnis zu den Russen. Die Deutschen wissen selbst nicht, was sie tun sollen. Sie müssen ihre Waren exportieren, die Russen können ihnen die Waren abnehmen. Andererseits verlieren sie Freihandelszone die sie brauchen um andere Sachen aufzubauen. Für die Vereinigten Staaten ist das Hauptziel, dass russisches Kapital, russische Technologien... ich meine, deutsches Kapital und deutsche Technologien, und die russischen Rohstoff-Ressourcen und die russische Arbeitskraft sich zu einer einzigartigen Kombination verbinden, die die USA seit einem Jahrhundert zu verhindern versuchen.
Also, wie kann man das erreichen dass diese (deutsch-russische) Kombination verhindert wird? Die USA sind bereit, mit ihrer Karte diese Kombinaiton zu schlagen: Das ist die Linie zwischen dem Baltikum und Schwarzem Meer. 




Für die Russen ist die entscheidende Frage, dass die Ukraine ein neutrales Land wird, kein prowestliches. Weißrussland ist hier eine andere Frage. Nun, wer mir eine Antwort darauf geben kann, was die Deutschen in dieser Situation tun werden, der kann mir auch sagen, wie die näschsten 20 Jahre Geschichte aussehen werden. Aber unglücklicherweise müssen die Deutschen immer wieder eine Entscheidung treffen und das ist das ewige Problem Deutschlands. Deutschland ist wirtschaftlich enorm mächtig, aber gleichzeitig geopolitisch sehr zerbrechlich, und sie wissen niemals wie und wo sie ihre Exporte verkaufen können. Seit 1871 - das war immer „Die Deutsche Frage“. Und die Frage Europas.

(...)

Denken Sie über die „Deutsche Frage“ nach, welche jetzt wieder mal aufkommt. Das ist die nächste Frage die wir stellen müssen, was wir aber nicht tun, weil wir nicht wissen was die Deutschen tun werden.


Georg Friedman - der Chef von Strategic Forecasting Inc (abgekürzt Stratfor) ist ein führender privater US-Amerikanischer Think Tank, der die Analysen, Bericht und Zukunftsprojektionen zur Geopolitik, zu Sicherheitsfragen und Konflikten in aller Welt anbietet.

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