Seiten

Dienstag, 21. April 2015

Fukushima – 150 Delphine stranden vor Ibaraki

Fast die Hälfte der etwa 150 Delphine, die an einem Strand in der Präfektur Ibaraki gestrandet waren, starb, während 45 in das Meer zurück gebracht werden konnten, sagte ein Beamter am Samstag.

„Wir müssen noch herausfinden, warum sie an den Strand kamen”, sagte Hitoshi Igawa gegenüber der industriellen Abteilung des Hokota Gemeindeamtes.


Die Wissenschaftler nahmen 34 der Tiere zur Untersuchung mit, um die mögliche Ursache der Massen-Strandung in Hokota bestimmen zu können – es waren 149 Breitschnabelwale aus der Familie der Delfine. Sieben weitere wurden in der Nähe der Gemeinde Kashima angespült.

„Wir müssen auf die Prüfungsergebnisse warten“, fügte er hinzu. 70 davon werden vor Ort an vier Standorten in Übereinstimmung mit den Vorschriften begraben werden.

Rettungskräfte wurden am Freitag gezwungen, die verzweifelten Bemühungen um die Rettung der Tiere einzustellen.

Bei Einbruch der Dunkelheit wurde die Rettungsaktion beendet. „Es war dunkel und zu gefährlich, um die Rettungsarbeiten an diesem Strand, wo wir keine schwere Ausrüstung hinbringen können, fortzusetzen”, sagte ein ungenannter städtischer Beamter aus Hokota. „Viele Menschen wollten freiwillig mithelfen, um sie zu retten, aber die Tiere waren bereits sehr schwach“.

Anwohner und Küstenwache-Teams hatten den ganzen Tag gekämpft, um die Tiere zu retten, indem sie versuchten, ihre Haut vor dem Austrocknen zu bewahren. Andere wurden in Schlingen zurück in Richtung Meer gezogen.
Fernsehbilder zeigten einige Tiere, manche wiesen Verletzungen der Haut auf. Ein Journalist sagte, dass einige der Tiere über den Strand zurück ins Meer gezogen wurden.


Delfine und Wale werden immer wieder an den Strand gespült, aber das sind einige wenige in einem ganzen Jahr. Mehr als hundert, wie dieses Mal, gab es noch nie zugleich, meinte ein Küstenwachebeamter.

Japanische Wissenschaftler sagen, sie haben so etwas noch nie gesehen, was sie nach der Autopsie der gestrandeten Delfine sahen. Der Chef des Forscherteams gab an, dass die meisten Lungen ganz weiß waren, die anderen Organe sahen normal und ohne Veränderungen aus. Fast alle Lungen jedoch waren im Ischämie-Zustand.

Studien ergaben einen Zusammenhang mit einigen Krankheiten und Radioaktivität, wie z.B. das Chronische Erschöpfungssyndrom, aber eben auch die Ischämie,

Inzidenz und Mortalität durch ischämische Herzkrankheit (KHK) sind in einer Kohorte von 12.210 Arbeitnehmern in der Atomanlage in Mayak untersucht worden und dabei gab es eine statistisch signifikant steigende Tendenz an IHD Inzidenz bei höherer Belastung durch Radioaktivität.

Auch die Arbeiter, die an den Aufräumungsarbeiten in Tschernobyl beteiligt waren, hatten eine signifikant höhere Rate an IschäIschämiemie.

Die Bevölkerung Japans hat aber noch andere Ängste. Auch vor dem schweren Erdbeben 2011, das den Tsunami auslöste, sind 50 Delfine gestrandet. Sind diese nun ein böses Omen?

Währenddessen häufen sich die Katastrophenmeldungen von der Westküste der USA. Eben wurde vom North Pacific Fishery Management Council bekannt gegeben, dass erstmals seit dreißig Jahren die Sardinen-Fischerei eingestellt wurde, nachdem es kaum Jungfische gibt, was auch den Wissenschaftlern Rätsel aufgibt. Von Mexiko bis zur kanadischen Grenze wird ab 1. Juli 2015 die Sardinen-Fischerei eingestellt.

Auch nach dem Abfall der Radioaktivität stellen Forscher vermehrt Veränderungen in der Tierwelt fest.

Einer Studie des Journal of Onithology zufolge, weist die Hälfte der 57 Spezies an Vögeln in Japan eine Dezimierung auf, desweiteren gibt es genetische Veränderungen bei Vögeln, Affen, Schmetterlingen und anderen Insekten. Mousseau und seine Mitarbeiter vom JoO haben auch bei Untersuchungen mitgearbeitet, um die Tschernobyl-Auswirkungen zu untersuchen.

Gab es dort die Erkenntnis, dass Zugvögel stärker betroffen sind, als Standvögel, die das ganze Jahr dort leben, trifft in Fukushima das Gegenteil zu. Die Standvögel waren immer dort und haben auch die volle Radioaktivität abbekommen. Die Zugvögel kamen erst nach dem Unglück, als die Strahlung schon abgenommen hatte. In den ersten Jahren waren auch kaum Unterschiede zu merken. Bald aber war ein Rückgang der Anzahl, vor allem aber der Arten auffällig. Das heißt, die Biodiversität, der Reichtum an Arten nimmt ab.

Die selben Beobachtungen werden an den Küsten Kaliforniens gemacht – immer weniger Seevögel auf „California’s Galapagos”, den geschützten Farallones Inseln, kamen diesen Winter zum Brüten.

Aber auch die Säugetiere scheinen geschwächt. Dutzende trächtige Seelöwinnen schienen zu schwach, ihre Jungen auszutragen – man fand sie als Totgeburten am Strand; 94 insgesamt – das ist fast die Hälfte der dort 2014 lebend geborenen Seelöwen-Babys.



Quelle: Netzfrauen

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen