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Dienstag, 19. Januar 2016

Razzia in Ahlener Flüchtlingsunterkünften

Ahlen - Die Aktion beginnt um sieben Uhr am Dienstagmorgen. Zwei Hundertschaften der Polizei und örtliche Kräfte durchsuchen zwei Notunterkünfte in Ahlen. Die Razzia in den Flüchtlingsheimen hat einen Grund: In der vergangenen Woche hat die Bezirksregierung in Arnsberg rund 230 junge Männer aus Marokko in der Stadt untergebracht. Seitdem hat die Polizei alle Hände voll zu tun. Diebstähle, Körperverletzungen, Drogendelikte, Nötigung: Dem Kreis Warendorf als zuständige Polizeibehörde reichte es. Am Dienstagmorgen griff er durch. Mit insgesamt 400 Polizisten.


Von Elmar Ries

Etliche Mannschaftstransporter stehen vor der früheren Bodelschwingh-Schule. "Welcome in Ahlen" steht auf einem Schild am Eingang. Polizisten in ihren blauen Uniformen bestimmen das Bild."Bei dem Einsatz geht es darum, die Identitäten der Flüchtlinge festzustellen", sagt Polizei-Sprecherin Susanne Dirkorte-Kukuk vage.

Durch ein Fenster kann man beobachten, was das bedeutet: Polizisten mit Handschuhen und Mundschutz sind zu sehen, sie überprüfen die Papiere der Flüchtlinge und nehmen Fingerabdrücke.

Parallel zum Einsatz an der früheren Grundschule findet die gleiche Aktion in der "Westfalen"-Kaserne vor den Toren der Stadt statt. Auch hier die gleiche Szene: Einsatzfahrzeuge, Polizei in Hundertmann-Stärke, Personenkontrollen und die Überprüfung der Identitäten. Dabei gehe es, betont Dirkorte-Kukuk, nur um die Gruppe der 230 Männer aus Nordafrika. "Alle anderen Flüchtlinge sind davon ausgenommen."
Wegen mehrerer Straftaten sei die Polizei zuvor in den Unterkünften im Einsatz gewesen.

Um 11 Uhr gibt Dr. Olaf Gericke, der Landrat des Kreises Warendorf, als oberster Polizeichef eine erste Zwischenbilanz. Das Ergebnis ist ernüchternd. Die Flüchtlinge aus Nordafrika bedienen Klischees und Vorurteile. 150 (von rund 230) von ihnen haben die Beamten in den beiden Notunterkünften angetroffen.

"Nach ersten Ermittlungsergebnissen steht rund die Hälfte von ihnen im Verdacht, sich mehrere vorläufige Aufenthaltspapiere beschafft zu haben", sagt der Landrat. Zudem seien Drogen gefunden worden.
Der massive Polizeieinsatz steht in keinem Zusammenhang mit den Ereignissen in Köln, betont Gericke. "Wir haben hier im Kreis Warendorf auch keinen Brennpunkt." Die Ursache für die Aktion sei rein lokal. Die Gruppe der Nordafrikaner sei von Anfang an durch "ein großes Aggressions- und Gewaltpotenzial und außerordentliche Respektlosigkeit" aufgefallen. "Hinzu kam eine Häufung von Straftaten", so der Landrat. Dabei handelt es sich vor allem um Ladendiebstähle und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Die für die Verteilung der Flüchtlinge zuständige Bezirksregierung in Arnsberg hat bereits eingeräumt, dass es ein Fehler und Versehen gewesen sei, junge Männer aus diesen Ländern derart geballt in einer Stadt unterzubringen.

In Ahlen hatte die Polizei unmittelbar nach der Ankunft der Gruppe fünf Nordafrikaner kurzzeitig in Gewahrsam genommen. Eine Person ist bereits ausgewiesen worden. Die Aktion am Dienstag hatte drei Gründe: Aufklärung, Ahndung und Abschreckung. "Die Polizei im Kreis Warendorf zeigt Flagge", sagte Gericke.


Quelle: Westfälsche Nachrichten

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Presseportal der Polizei im Kreis Warendorf zu dem Einsatz:

POL-WAF: Kreis Warendorf/Ahlen. Polizei überprüft Personen in Ahlener Notunterkünften Zwischenbericht zu der Meldung v. 19.01.2016, 08:55 Uhr 19.01.2016 – 17:23

Warendorf (ots) - Am Dienstag, 19.01.2016, führte die Polizei Warendorf um 07:00 Uhr beginnend mit Unterstützung von Kräften der Einsatzhundertschaften aus Münster und Dortmund einen Einsatz zur Feststellung aufenthaltsrechtlicher Verstöße an den Notunterkünften an der Warendorfer Straße und der Hammer Straße in Ahlen durch. Nach der Zuweisung von 230 Personen überwiegend marokkanischer Abstammung waren diese in der vergangenen Woche im Zusammenhang mit Diebstählen und Körperverletzungsdelikten aufgefallen. Bei den weiteren Ermittlungen stellte die Polizei Verstöße gegen aufenthaltsrechtliche Bestimmungen fest. Es bestand der Verdacht, dass sich weitere Personen aus diesem Kreis unerlaubt im Bundesgebiet aufhalten. "Der Verdacht der Polizei hat sich voll bestätigt. In diesem Sinne war die Razzia ein voller Erfolg und ein deutliches Signal", so Dr. Olaf Gericke mit einem ersten Resümee. Mit einem starken Polizeiaufgebot wurden die Personen in den Notunterkünften an ihren Schlafplätzen angetroffen und fixiert. Bei dem Einsatz traf die Polizei 144 Personen aus Nordafrika an und unterzog sie weiteren Maßnahmen zur Identitätsfeststellung. Etwas 86 Personen wurden nicht angetroffen, obwohl sie der Notunterkunft zugewiesen waren. Offenbar hatten sich diese im Laufe der letzten Tage mit unbekanntem Ziel entfernt. Waffen oder gefährliche Gegenstände fanden die Einsatzkräfte entgegen den Erwartungen bei der Durchsuchung nicht auf. Bei 138 der angetroffenen Personen wurden Fingerabdrücke genommen. Die Polizei leitete 61 Strafanzeigen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen aufenthaltsrechtliche Bestimmungen (Identität und Angaben in der Bescheinigung über die Meldung Asylsuchender stimmen nicht überein) sowie 12 Strafverfahren wegen Diebstahl und anderer Delikte ein. Drei dieser Personen wurden durch das Ausländeramt zur Prüfung der Ausweisung vorläufig festgenommen und nach der weiteren Überprüfung entlassen. 27 Personen befinden sich zurzeit noch im Gewahrsam der Polizei. Bis zu 30 Personen werden noch heute in andere Notunterkünfte des Landes verlegt. Die Durchführung der Maßnahmen dauert noch bis zum heutigen Abend an. Landrat Dr. Gericke bedankt sich bei allen eingesetzten Beamtinnen und Beamten der Polizei und Ausländerbehörde für den professionell und erfolgreich durchgeführten Einsatz. (Stand: 16:45 Uhr) (...)


Quelle: Presseportal



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