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Mittwoch, 6. April 2016

Flüchtlingsprotest extrem: Sitzstreik - Flüchtlinge fordern eigenes Haus

fnp - Karben - Unfassbar! Eine Flüchtlingsfamilie aus dem Irak hat am Montag mitten in Karben eine Hauptverkehrsstraße blockiert. Mitten im Verkehr legt sich der Fahrer vor die Autos - will sich, seine Frau und seine Kinder überfahren lassen. Im Irak sei ihnen ein eigenes Haus versprochen worden - das fordern sie jetzt ein.

Unfassbare Szene in Karben am Montagnachmittag auf der Bahnhofstraße, die Hauptverkehrsachse der Stadt: Mitten im dichten Berufsverkehr laufen ein Vater und eine Mutter am Rathaus noch bei Grün über den Fußgängerüberweg. Mitten auf der Fahrbahn stoppt die kurdische Flüchtlingsfamilie aus dem Irak.


Kind völlig verängstigt

Als die Autos wieder losfahren, zeigt der Mann den Fahrern an, zu stoppen. Die Wagen bleiben stehen. Der Mann legt sich vor das erste Auto, fordert die Fahrerin aus Kloppenheim auf, weiterzufahren. Auch sein Kind will er hinunterzerren.

"Das Kind hatte richtig Angst", sagt die entsetzte Autofahrerin. Sie steigt aus, versucht den Mann zum Aufstehen zu bewegen. Zwei zufällig vorbeikommende Zivilpolizisten können die Familie schließlich von der Fahrbahn zerren. Die Autofahrerin erleidet einen Schock. Auf dem Rathaus-Parkplatz kümmern sich Polizisten, Stadtpolizei, Rathaus-Mitarbeiter um die Familie.

Als "völlig unspektakulär" wertet Polizeisprecher Erich Müller die Situation. Nur 20 Sekunden lang sei der Verkehr behindert gewesen.

Laut Bürgermeister Guido Rahn (CDU) ist die Familie seit Mittwoch in der Stadt. Bereits am Donnerstag hätten die vier per Sitzstreik vor dem Rathauseingang gegen ihre Unterbringung in einer städtischen Flüchtlingsunterkunft durchsetzen wollen.


Beratungsresistent

"Sie bestehen darauf, ein eigenes Haus zu bekommen, weil ihnen das im Irak versprochen worden sei", sagt Rahn. Nachdem eine Sozialarbeiterin die Lage am Montag erneut erklärt habe, reagierten die Flüchtlinge mit der gefährlichen Straßenblockade. "Dafür habe ich kein Verständnis", sagt Rahn. Dabei auch noch Kinder zu gefährden, "das geht auf gar keinen Fall".

Die Kurden seien die ersten Flüchtlinge in der Stadt, die auf diese Weise negativ auffielen "und die so beratungsresistent sind", betont Guido Rahn. "Alle anderen sind dankbar und haben Verständnis für die Situation." Auch die Autofahrerin ist fassungslos: "Ein eigenes Haus hätte ich auch gerne, aber man kann seine Kinder doch nicht so in Lebensgefahr bringen."




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