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Montag, 25. April 2016

Obama in Hannover: Verdreckte Unterkünfte für Polizisten

BR24 - Kot an den Wänden, Blut auf den Bettlaken, Erbrochenes am Boden: In derart verdreckten Unterkünften sollten Polizeikräfte unter anderem aus Bayern schlafen, die zum Obama-Besuch nach Hannover beordert wurden.

Als die zwei Münchner Polizeihundertschaften am Samstag (23.04.16) ihr Quartier in Hameln nahe Hannover erreichten, erwarteten sie den Standard: saubere Unterkünfte, eingeschweißte Bettwäsche. Doch die Münchner fanden in der Hamelner Linsingen-Kaserne Ähnliches vor, was schon ihre nordrhein-westfälischen Kollegen am Freitag (22.04.16) als Katastrophe beschrieben hatten. Gebrauchte Bettwäsche, die mit Haaren, Blut und Sperma verdreckt war. Kot an den Wänden und Erbrochenes auf den Böden.

"Wir sagen: Das geht überhaupt nicht. Wenn unsere Einheiten schon in anderen Bundesländern Einsatzleistungen bringen, dann müssen sie auch anständig untergebracht werden."
Jürgen Ascherl, Deutsche Polizeigewerkschaft


Münchner Hundertschaft betroffen

Die Hamelner Kaserne ist momentan eigentlich eine Flüchtlingsunterkunft. Aufgrund des aktuell niedrigen Zugangs von Asylsuchenden steht sie aber leer. Deshalb war sie als Übernachtungsort für die Polizeikräfte im Obama-Einsatz ausgewählt worden.

Die nordrhein-westfälischen Beamten weigerten sich, hier zu übernachten, erzählt Jürgen Ascherl von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG). "Bevor wir da reingehen, schlafen wir lieber in Zelten oder in unseren Kombis, haben die Kollegen gesagt." Mitten in der Nacht wurden sie schließlich kurzfristig in einer Jugendherberge untergebracht.

Anders erging es den Polizisten der Münchner Hundertschaft, die erst am Samstag eintrafen und in einem anderen der acht Gebäude der ehemaligen Hamelner Kaserne übernachten sollten. Dort sind die Zustände besser.


NRW-Innenminister eingeschaltet



Zwar waren mittlerweile Reinigungskräfte vor Ort. Doch die kümmerten sich lediglich um Fußböden und Wände, wie Michael Haug berichtet, der stellvertretende Leiter der Jungen Polizei. Das ist die junge Organisation der DPolG. Matratzen, Bettdecken und Bettbezüge seien nicht gereinigt worden. Haug kritisiert überhaupt, dass nicht schon vor Eintreffen der Polizeikräfte eine Grundreinigung stattgefunden habe.
"Wenn die Kollegen zu Razzien in Flüchtlingsunterkünfte gehen, müssen sie Mundschutz tragen. Warum müssen sie dann in einer erst seit kurzem leerstehenden Unterkunft übernachtet, die nicht grundgereinigt wurde. Da stimmt das Fürsorgeverhältnis, das die Polizeiführung eines Landes hat, nicht überein."
Michael Haug, Junge Polizei

Neben den Münchner Hundertschaften ist aus Bayern am Sonntag noch eine Nürnberger Einheit auf dem Weg nach Niedersachsen. Ursprünglich war auch für diese Beamten eine Unterbringung in der Hamelner Kaserne geplant. Das hat sich nach den Berichten über die Zustände dort geändert: Die Nürnberger werden die Nacht in Jugendherbergen in der Region verbringen.

Laut Informationen der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung ist NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) bereits eingeschaltet worden.




Quelle: BR24


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